Zugegeben, das Buch "Groovy für Java-Entwickler" aus dem O'Reilly-Verlag ist nicht mehr ganz neu. Diese Rezension aber auch nicht
Leider habe ich aufgrund meines Umzugs und anderer "Ablenkungen" ganz vergessen, diese überhaupt zu veröffentlichen.
Schön ist, das es jetzt wieder mehr gebundene Bücher gibt, die auch auf den ersten und letzten Seiten besser offen liegen bleiben und nicht so schnell kaputt gehen, aber das nur am Rande.
Jörg Staudemeyer beginnt sein Buches mit dem Aufsetzen der Laufzeitumgebung, was aus meiner Erfahrung heraus durchaus sinnvoll ist, ergeben sich hier doch teilweise erste Schwierigkeiten. Dabei kommt schon mal der ein oder andere Code-Schnipsel zum Einsatz, danach geht es aber gleich ans Eingemachte. Der Autor erklärt zunächst in übersichtlicher Form die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Java und Groovy sowie die Konzepte von Groovy. Dabei muss nicht alles sofort verstanden werden, was zugegebenermaßen ja aufgrund der manchmal, aus Java-Sicht, recht ungewöhnlichen Konzepte auch nicht ganz einfach ist. Vieles wird in späteren Kapiteln anhand von Beispielen deutlich und kann dann im Anfangsteil noch mal nachgeschlagen werden.
Ab dem dritten Kapitel gehts dann endlich richtig los, zunächst mit einer noch recht statischen Betrachtungsweise. Dem Java-Entwickler wird eindrucksvoll gezeigt, wie er bekannte Konstrukte mit Groovy viel schneller, sprich mit deutlich weniger Code, umsetzen kann. Dabei wirkt das Buch bisweilen etwas durcheinander. Vielleicht versucht der Autor damit den dynamischen Ansatz Groovys zu unterstreichen. Später werden viele praktische Beispiele z.B. zur Verwendung von Closures und Buildern und der Integration in die Entwicklungsumgebung am Beispiel von ANT und JUnit angeführt. Sehr hilfreich sind auf jeden Fall die Erklärungen wann warum etwas in Groovy passiert, da dies ja nicht immer eindeutig erkennbar ist.
Im Anhang werden dann noch einmal zusammenfassend die wichtigsten Methoden und Klassen (in dieser Reihenfolge, was bei Groovy durchaus Sinn macht!) aufgeführt und erklärt. Außerdem listet der Autor noch mal die SwingBuilder-Methoden auf, mit denen sich einfach und schnell Swing-GUIs erzeugen lassen. Abschließend folgt eine Referenz der Groovy-Befehlszeilen-Tools.
Fazit: Jörg Staudemeyer schafft es den Java-Programmierer auf den Weg mitzunehmen und zu begeistern. Dabei versteht er es, ihn in kleinen verständlichen Schritten an Groovy heranzuführen. Einige Wiederholungen ergeben sich aus dem Aufbau des Buches, sind aber zur Vertiefung des Stoffes recht nützlich. Auch wenn sich das Buch auf die nicht mehr ganz so aktuelle Version 1.1 bezieht, so haben die Konzepte weitgehend immer noch Gültigkeit. Alles in allem ein absolut empfehlenswertes Buch für den Einstieg in Groovy.
